Tolkien’s Geheimnis
•   Print Version  •
zum download

...My name is TOLKIEN .... It is a German name (from Saxony), an
anglicization of Tollkiehn, i.e. tollkühn. But, except as a guide to
spelling, this fact is as fallacious as all facts in the raw....

...Mein Name ist TOLKIEN....,
das ist ein deutscher Name (aus Sachsen), eine
Anglifizierung von Tollkiehn, was in etwa 'tollkühn' bedeutet.
Aber außer als Buchstabierhilfe ist diese Tatsache
so trügerisch wie alle Tatsachen im allgemeinen...

Daß der Professor ein linguistisches Talent war, dass er von frühester Kindheit an Sprachen erfand und sich alter Dialekte bediente, ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Schließlich hat man lange genug versucht, Kult und Faszination um den Vater von Gandalf, Frodo, den Hobbits und vor allem dem "Herrn der Ringe" zu verstehen,- zu begreifen, wie und warum seine Biografen noch heute darüber staunen, dass der Jungmann bereits als Schüler gotisch sprach und während des ersten Weltkrieges (bei dessen Ausbruch 1914 Tolkien 22 Jahre alt war) nordische Sprachen beherrscht, vor allem aber schwedisch und alt-finnisch, was er sich autodidaktisch beibrachte.
Der erste Weltkrieg selbst lässt den Feingeist in die innere Emigration gehen, immer häufiger träumt er sich nach Norden. Inspiriert ist er vor allem durch die nordischen Sagas, die ihn in ihren Bann ziehen und ein Gefühl von geistiger – besser Seelenverwandschaft- in ihm hervorrufen.

Ausgelöst durch die Erlebnisse des ersten Weltkriegs, in dem er viele seiner Freunde verliert, macht sich Tolkien daran, eine ganze Mythologie zu kreieren, beflügelt durch seine Leidenschaft, Sprachen zu erfinden. Sprachen aber brauchen Geschichten und ein Volk, dass sie spricht. Seiner Heimat England will er widmen, was er im Norden findet und die Geschichten dem Charakter seines Landes anpassen. Auch möchte er seiner Heimat gern ein eigenes Epos schenken, vergleichbar der Edda und anderen altnordischen Mythologien.

"Ich wünschte, wir hätten noch mehr davon - etwas von der gleichen Art, was uns Engländern angehörte.", schreibt er in einem Brief an einen Freund.

Schließlich bedient er sich aus dem Mythen-Fundus der von ihm so hochgeschätzten nordischen Sagenwelt und beginnt außerdem eine neue Privatsprache zu entwickeln, die sich am Finnischen orientiert und die er später "Quenya" oder "Hochelbisch" nennt.

Seine mythische Wirklichkeit nennt Tolkien in Anlehnung an das nordische Midgard Mittelerde – ("Mittelerde ist unsere Welt - in einer imaginären Periode des Altertums", sagt er dazu). Die Namen der Personen und Orte für das Silmarillion und später auch den Herrn der Ringe ergeben sich aus diesen Privatsprachen, zu denen sich später noch "Sindarin" als einer weiteren Elbensprache hinzugesellt, die er dem Walisischen entlehnt. Tolkien versteht sich nicht als Erfinder von Geschichten, sondern als Entdecker der Legenden. Mittelerde ist für ihn keine literarische Fiktion, sondern vielmehr Chronik historischer Ereignisse.

Mittelerde ist für ihn keine literarische Fiktion, sondern vielmehr Chronik historischer Ereignisse.

Das erscheint wichtig, weil wir uns fragen müssen: warum ist das so? Warum flüchtet sich ein hochdekorierter Professor für Sprachen in eine an das finnische angelehnte Elbensprache und belegt deren Geschichten mit dem Ausdruck „historischer Ereignisse“? Aus bloßem Grauen vor den Schrecken des Krieges? Nein, denn auch seine Werke sind nicht gerade frei von Krieg, Gewalt und Greueltaten, im Gegenteil, sie handeln sogar davon.

Im Zuge der Verfilmung seines Hauptwerkes, des „ Herrn der Ringe“ schrieb „Bild der Wissenschaft“:

Uraltes finnisches Nationalepos war Inspirationsquelle für Tolkiens Saga "Der Herr der Ringe"
...Tolkiens Mittelerde und deren Charaktere haben auch Wurzeln in der realen Welt: Im östlichen Teil Kareliens (heute Russland)) existiert noch heute ein Dialekt der finnischen Sprache, der über die Jahrhunderte mündlich in Form von Liedern und Versen (Runen) von so genannten Runensängern weitergegeben wurde. Die Sammlung dieser uralten Verse wird als Kalevala bezeichnet. Erst Anfang des 19. Jahrhunderts begann der Landarzt, Elias Lönnrot, diese Verse aufzuschreiben, eine erste Veröffentlichung entstand 1835, im Jahr 1849 wurde eine erweiterte Fassung dieser Geschichtensammlung publiziert, Geschichten voller Magie und Zauberei, deren Titelfigur Lemminkäinen ein Schamane ist.

Die finnische Schriftsprache entstand. Mit einem Zauberbuch?

Alle Themen vorchristlicher Traditionen, wie die plötzliche Verwandlung der physischen Erscheinung, mystische Dämonen, magische Pflanzen, Tiere, die sich in Menschen verwandeln, kommen in der Kalevala vor, während der Hauptstrang der Geschichtensammlung die Fabel eines geheiligten Objektes von großer Kraft ist, das von den Helden gejagt und gesucht wird. Um zu verstehen, woraus diese Kraft eigentlich besteht - eine Heldenfahrt der Seele und des Geistes. Das ist es offenbar, wovon Tolkien so angezogen war.
Die Frage, die sich der junge Tolkien gestellt haben muss, könnte gelautet haben: war die Kalevala ein reines Märchenbuch oder steckte mehr dahinter? Ein historischer Hintergrund etwa, der so phantastisch war, dass man ihn nur innerhalb verwunschener Geschichten erwähnen durfte, ohne zum „Spinner“ erklärt zu werden...?

Heute gehen die Tolkien-Experten davon aus, dass der Professor niemals in seinem Leben in Finnland war. Er selbst schrieb kurz vor Ende des II. Welkrieges an Christopher Tolkien:"....Ich wollte ich hätte das Land der 10000 Seen vor diesem Krieg besucht. Gegenwärtig sucht der Autor noch nach eindeutigen Beweisen, daß er eben doch dort war.

Hier ist die Hauptthese / Spekulation, von der wir ausgehen. Sie nährt sich aus mehreren Tatsachen, die mit Tolkien selbst und der Mythologie zu tun haben, die auf dieser Website vermittelt wird: Wir glauben, dass J.R.R. häufig in seiner Phantasie in Finnland war und festgestellt hat, dass selbst das deutsche Wort - tollkühn - noch eine andere tiefere Sprachwurzel haben könnte. Er glaubte nämlich (siehe Anfang des Artikels), daß von diesem Wort sein Name herkäme. Für jemanden wie ihn - linguistisch hochmotiviert-, gleichzeitig mit den Vorvätern beschäftigt, ist diese Hypothese mehr oder weniger zwingend. Aber gleichzeitig war er in der Lage finnisch zu sprechen und zu verstehen. Welch eine Verschwendung, mit der finnischen Sprache im Kopf und im Herzen nicht in das Land der 10000 Seen zu fahren. Etwa nach dem zweiten Weltkrieg. Und zwar allein und ohne Zeugen oder Biografen an der Seite.


Part II please click